
In der Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAGM)-Domäne ist die Rezertifizierung ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheits- und Compliance-Strategie eines Unternehmens. Sie dient dazu, sicherzustellen, dass Benutzer und Systeme weiterhin nur die Zugriffsrechte besitzen, die für ihre Aufgaben erforderlich sind. Dieser Artikel erläutert die Definition, den Zweck und die Herausforderungen der Rezertifizierung im IAGM-Kontext, einschließlich der Rezertifizierung von Rollen und Identitäten.
Rezertifizierung bezeichnet den periodischen Prozess, in dem bestehende Zugriffsrechte, Rollen und Identitäten überprüft und validiert werden. Dabei wird geprüft, ob die aktuellen Berechtigungen von Benutzern, Anwendungen oder Systemen noch erforderlich und angemessen sind. Eine Rezertifizierung erfolgt in regelmäßigen Abständen oder anlassbezogen, beispielsweise nach einer organisatorischen Umstrukturierung oder nach dem Ausscheiden eines Mitarbeiters.
Der Rezertifizierungsprozess umfasst in der Regel folgende Schritte:
Die Notwendigkeit der Rezertifizierung ergibt sich aus mehreren Faktoren:
Sicherheitsrisiken minimieren\ Ohne regelmäßige Überprüfung kann es passieren, dass ehemalige Mitarbeiter oder überflüssige Systemkonten weiterhin sensible Zugriffsrechte besitzen. Auch ungenutzte Rollen oder unklare Identitäten können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen und müssen daher überprüft werden.
Regulatorische Compliance sicherstellen\ Viele gesetzliche und regulatorische Vorgaben – wie die DSGVO, ISO 27001 oder SOX – verlangen von Unternehmen, dass sie regelmäßige Überprüfungen der Zugriffsrechte, Rollen und Identitäten durchführen. Eine ordnungsgemäße Rezertifizierung hilft dabei, diese Anforderungen zu erfüllen und Strafen oder Reputationsverluste zu vermeiden.
Effizientes Berechtigungsmanagement gewährleisten\ Durch die Rezertifizierung werden unnötige oder übermäßige Berechtigungen, Rollen und Identitäten reduziert. Dies sorgt für eine sauber strukturierte Rechtevergabe und erleichtert das Management von Benutzerzugriffen.
Reduzierung der Angriffsfläche\ Cyberangriffe zielen oft auf veraltete oder ungenutzte Konten und Rollen ab. Durch regelmäßige Rezertifizierungen wird sichergestellt, dass solche potenziellen Schwachstellen eliminiert werden.
Zusätzlich zur individuellen Überprüfung von Berechtigungen müssen auch Rollen und Identitäten regelmäßig rezertifiziert werden.
Obwohl die Rezertifizierung viele Vorteile bietet, gibt es auch Herausforderungen:
Die Rezertifizierung ist ein unverzichtbarer Bestandteil des IAGM-Managements, um Sicherheit, Compliance und Effizienz sicherzustellen. Neben der Überprüfung einzelner Berechtigungen ist es ebenso wichtig, Rollen und Identitäten zu rezertifizieren, um potenzielle Sicherheitslücken zu schließen. Unternehmen sollten diesen Prozess automatisieren, indem die zu rezertifizierenden Objekte automatisch ermittelt und benutzerfreundlich aufbereitet, die Verantwortlichen ermittelt werden und um so den Aufwand zu minimieren und die Effektivität zu maximieren. Durch eine konsequente Umsetzung lassen sich Sicherheitsrisiken, Verstöße gegen die Compliance und regulatorische Probleme effektiv vermeiden.
Heiko Endrigkeit